Die direkte Antwort lautet: „Normale“ Bildschirmzeit ist keine einzelne Zahl, aber aktuelle große Umfragen landen in einer konsistenten Spanne: Ofcoms UK-Daten von 2025 setzen die durchschnittliche Bildschirmzeit von Erwachsenen bei rund viereinhalb Stunden täglich an, mit einem Anstieg auf etwa sechs Stunden zwanzig Minuten speziell bei den 18- bis 24-Jährigen, während DataReportals globaler Digital-2025-Bericht die durchschnittliche tägliche mobile Internetnutzung weltweit auf rund fünf Stunden sechzehn Minuten schätzt. Das sind grobe Durchschnittswerte über große, methodisch unterschiedliche Stichproben hinweg, daher sollte man die konkreten Minutenangaben eher als vernünftige Schätzung der Größenordnung behandeln denn als präzise, universell gültige Zahlen — nützlicher als die exakte Zahl ist das durchgängige Muster, dass jüngere Altersgruppen in praktisch jeder größeren Umfrage deutlich über dem Gesamtdurchschnitt liegen. Es lohnt sich, jede einzelne Bildschirmzeit-Zahl, auch die hier zitierten, als Momentaufnahme einer bestimmten Umfragepopulation und Zeitperiode zu behandeln, statt als feste, dauerhafte Tatsache, da sich die Nutzungsmuster im letzten Jahrzehnt deutlich verschoben haben und sich vermutlich weiter verschieben werden.
Warum die Zahl zwischen Quellen so stark schwankt
Unterschiedliche Studien messen unter demselben Etikett „Bildschirmzeit“ tatsächlich Unterschiedliches: manche zählen nur die Handynutzung, andere beziehen Tablets, Laptops und Fernseher mit ein; manche stützen sich auf Tracking direkt am Gerät (in der Regel genauer, da es nicht von Erinnerung oder Ehrlichkeit abhängt), andere auf Selbstauskunft-Umfragen (in der Regel weniger genau, da Menschen dazu neigen, ihre eigene Nutzung zu unterschätzen, teils erheblich). Ofcoms Zahlen basieren auf gemessenen Gerätedaten über ein großes UK-Panel, eine stärkere Methodik als eine Selbstauskunft-Umfrage; DataReportal aggregiert mehrere nationale Datenquellen weltweit, was eine eigene Streuung mit sich bringt, je nachdem, wie jedes beitragende Land seine Zahlen erhoben hat. Das lohnt sich zu wissen, bevor man eine einzelne Bildschirmzeit-Statistik als präzisen, universellen Maßstab zum Vergleich mit sich selbst behandelt. Es lohnt sich außerdem, beim Lesen einer beliebigen Bildschirmzeit-Statistik zu prüfen, ob die Quelle ihre Methodik überhaupt nennt — eine Zahl, die vage „einer aktuellen Umfrage“ zugeschrieben wird, ohne benannte Organisation oder Stichprobengröße, verdient deutlich mehr Skepsis als eine Zahl, die sich zu Ofcom, DataReportal oder einer begutachteten Publikation zurückverfolgen lässt. Es lohnt sich auch, sich daran zu erinnern, dass globale und nationale Durchschnittswerte zwangsläufig enorme Unterschiede bei Jobtyp, Lebensphase und sogar landesweiter Internetinfrastruktur einebnen — all das prägt, wie ein typischer Handytag aussieht, weit stärker, als es eine einzelne Zahl je erfassen könnte.
Das Altersmuster, auf das es zu achten lohnt
In beiden zitierten Quellen, und konsistent auch in anderen, hier nicht im Detail behandelten nationalen Umfragen, ist das Muster nach Alter der zuverlässigste und am besten reproduzierbare Befund: Die Nutzung ist bei den jüngsten erwachsenen Kohorten am höchsten und nimmt mit dem Alter ab — ein Gefälle, das unabhängig davon auftritt, welche konkrete Messmethode eine Umfrage verwendet. Das ist wichtiger als die genaue Stundenzahl, denn es bedeutet, dass der Vergleich der eigenen Bildschirmzeit mit einem einzelnen flachen „Durchschnitt“ etwas irreführend ist, wenn die typische Zahl der eigenen Altersgruppe deutlich vom Gesamtdurchschnitt der Bevölkerung abweicht — ein 22-Jähriger, der sich mit der landesweiten UK-Gesamtzahl vergleicht, vergleicht sich mit einer Zahl, die deutlich weniger nutzungsintensive ältere Kohorten mit einschließt, was den Vergleich verzerrt. Es lohnt sich, die eingebaute Bildschirmzeit-Erfassung des eigenen Geräts (Bildschirmzeit unter iOS, Digital Wellbeing unter Android) speziell mit diesen groben Durchschnittswerten für die eigene Altersgruppe abzugleichen, sofern man dazu Zahlen findet, statt mit der flachen Gesamtzahl, da die Lücke zwischen beidem wirklich aufschlussreich sein kann dafür, ob die eigene Nutzung für die eigene Demografie ungewöhnlich oder einfach typisch ist. Manche finden es hilfreicher, einen gleitenden Wochendurchschnitt zu verfolgen, statt sich auf die Zahl eines einzelnen Tages zu versteifen, da Tagessummen durch einen einzigen langen Videoanruf oder eine durchgesuchtete Serie erheblich schwanken können, ohne für einen typischen Tag repräsentativ zu sein.
Warum eine einzelne Vergleichszahl ohnehin nicht so nützlich ist
Selbst mit einer exakten persönlichen Zahl unterscheidet Bildschirmzeit allein nicht zwischen fünf Stunden wirklich wertvoller Nutzung — Videoanrufe mit der Familie, Arbeitskommunikation, Navigation — und fünf Stunden wenig wertvollen, reflexhaften Scrollens, was für das eigene Gefühl zur eigenen Nutzung mehr zählt als die rohe Gesamtzahl. Die meisten Menschen, die ihre Handynutzung als Problem beschreiben, sorgen sich nicht abstrakt um die Gesamtstundenzahl; sie sorgen sich um konkrete Momente — der Griff zum Handy beim Abendessen, verlorener Schlaf, etwas verpasst, das direkt vor ihnen passiert —, die ein einzelner Tagesdurchschnitt überhaupt nicht erfasst. Eine Bildschirmzeit-Gesamtsumme ist ein vernünftiger Ausgangspunkt, keine Diagnose für sich. Eine nützlichere persönliche Übung, als einer Vergleichszahl hinterherzujagen, ist es, die App-für-App-Aufschlüsselung des eigenen Geräts durchzugehen und sich ehrlich zu fragen, bei welchen konkreten Apps man weniger Nutzung begrüßen würde — das ist ein handlungsrelevanterer Ausgangspunkt als jeder Vergleich mit einem bevölkerungsweiten Durchschnitt. Es lohnt sich außerdem, Bildschirmzeit grundsätzlich von Handyabhängigkeit zu unterscheiden — jemand, der ausschließlich am Laptop arbeitet, kann eine niedrige Handy-Bildschirmzeit zeigen und das Handy trotzdem zwanghaft in jeder Lücke checken, ein Muster, das eine simple Stunden-pro-Tag-Summe überhaupt nicht sichtbar macht.
Wo Mr. Grummel ins Bild passt
Mr. Grummel zielt nicht direkt auf die gesamte Bildschirmzeit — jemand mit hoher, aber wirklich wertvoller Bildschirmzeit hat davon nichts, denn es fügt nur bei den konkreten Apps Reibung hinzu, die man selbst auf die Sperrliste setzt, ein gezielterer Hebel, als irgendeine externe „normale“ Zahl zu erreichen. Das ist ein bewusst engeres Versprechen als „reduziere deine Bildschirmzeit auf den nationalen Durchschnitt“, und ein ehrlicheres, wenn man bedenkt, wie wenig ein einzelner Durchschnitt tatsächlich über die Situation einer bestimmten Person aussagt. Das ist auch, warum der Vergleich der eigenen Zahl mit der eines Freundes oder Partners selten eine nützliche Übung ist — unterschiedliche Jobs, unterschiedliche Apps und unterschiedliche wirklich wertvolle Nutzungen machen es schwer, die Gesamtzahlen zweier Menschen sinnvoll zu vergleichen.
Sources
- Ofcom, "Online Nation" report, 2025 (UK regulator)
- DataReportal, "Digital 2025" global report